Viktor Liehr neuer Kommandant der Kehler Feuerwehr

29.11.2016

Viktor Liehr wird am 1. Dezember neuer Kommandant der Kehler Feuerwehr sowie Produktbereichsleiter Brand- und Bevölkerungsschutz und damit Nachfolger von Gerhard Stech, der nach 27 Jahren im Amt des Kommandanten und nach 46 Jahren bei der Stadt Kehl zum Ende des Monats in den Ruhestand geht. Am Montag (28. November) hat ihm Oberbürgermeister Toni Vetrano die Ernennungsurkunde überreicht. Der 38-Jährige ist bereits seit 20 Jahren bei der Kehler Feuerwehr – davon seit 16 Jahren als hauptamtlicher Feuerwehrmann – und hat die zweijährige Qualifikation zur Übernahme der Funktion des Kommandanten im Juni 2014 mit der Staatsprüfung erfolgreich abgeschlossen.

Aus der Hand von Oberbürgermeister Toni Vetrano erhält Viktor Liehr die Ernennungsurkunde der Stadt Kehl.zoom

Von seinem Vater, der ebenfalls noch Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Kehl ist, hat Viktor Liehr die Begeisterung für die Feuerwehr geerbt – mit 18 Jahren ist er in den aktiven Dienst eingetreten. Nach einer Ausbildung zum Elektroniker bei der BASF wurde er im Mai 2000 im Alter von 22 Jahren einer der hauptamtlichen Kehler Feuerwehrmänner und konnte damit „Hobby und Beruf verbinden“, wie er selber sagt.
Zu seiner zweijährigen Ausbildung „zum gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst“, wie es im Verwaltungsjargon heißt, gehörte für Viktor Liehr ein Kontaktstudium an der Hochschule für Verwaltung – eine von der Landesfeuerwehrschule empfohlene Kür, die für ihn nicht Pflicht gewesen wäre. Ausbildungsstationen waren für ihn die Berufsfeuerwehren Freiburg und Reutlingen, aber auch das Regierungspräsidium Freiburg, wo er Einblicke in die Aufgaben und die Arbeit der oberen Aufsichtsbehörde erhielt. Bei der Branddirektion in Karlsruhe lag der Schwerpunkt auf dem vorbeugenden Brandschutz, bei der Brandschutzdirektion in München lernte er die Umweltschutztechnik des Gefahrgutzuges kennen und wurde in die Arbeit der Analytischen Task Force eingeführt. Beim Landratsamt des Ortenaukreises führte ihn der Kreisbrandmeister unter anderem in die Arbeit des Katastrophenschutzes ein. In der Branddirektion Köln war Viktor Liehr der Wache zugeteilt, die über Feuerlöschboote verfügt. Bei der Stadt Kehl erweiterte er seine Verwaltungskenntnisse im Bereich Personal- und Organisation. Im Institut der Feuerwehr Münster hat er vier Wochen lang sehr intensiv Physik, Chemie, Biologie und Mathematik gebüffelt – „das hat mich geschlaucht“, gibt er offen zu.
Am Ende der zweijährigen Ausbildung, in der er seine Frau und seine kleine Tochter selten gesehen hat, hat der damals 35-Jährige in der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal die Staatsprüfung abgelegt, damit hatte er die Befähigung erlangt, die er als Feuerwehrkommandant braucht. Um jedoch auch – wie Gerhard Stech – die Aufgaben als Brandschutzsachverständiger wahrnehmen zu können, musste er noch drei Jahre Berufserfahrung sammeln.
 
"Der Wechsel wird nicht spürbar sein", prophezeit der scheidende Feuerwehrkommandant Gerhard Stech (links), bereits seit März laufe die Übergabe der Aufgaben an den neuen Kommandanten Viktor Liehr.zoom

Weil der Gemeinderat bereits im ersten Quartal des Jahres 2016 entschieden hatte, dass Viktor Liehr neuer Kommandant der Kehler Wehr werden sollte, war ein fließender Übergang möglich: „Seither läuft die Übergabe“, erklärt Gerhard Stech: „Der Wechsel wird nicht spürbar sein.“ „Ich habe schon viel umsetzen dürfen“, pflichtet Viktor Liehr seinem scheidenden Chef bei und nennt die Projektierung, die Erstellung des Leistungsverzeichnisses und der Ausschreibung für das neue, Mitte November gelieferte Tanklöschfahrzeug als Beispiel.
Zurzeit überarbeitet Viktor Liehr den Feuerwehrbedarfsplan, dessen Fortschreibung 2017 im Gemeinderat diskutiert wird. Bereits zur Kenntnis genommen hat das Gremium, dass das hauptamtliche Personal der Kehler Wache in den nächsten vier Jahren jeweils um eine weitere Stelle aufgestockt werden soll, um sicherstellen zu können, dass die Feuerwehr auch tagsüber einsatzfähig bleibt. Wie mehrfach berichtet, arbeiten so viele Angehörige der freiwilligen Feuerwehr außerhalb von Kehl, so dass sie im Falle eines Brandes nicht schnell genug vor Ort sein können. Mit dem Feuerwehrbedarfsplan werden die Weichen für die Entwicklung der Feuerwehr in den nächsten fünf Jahren gestellt.
Auch die Verlängerung der Tramlinie D bis zum Kehler Bahnhof beschäftigt den neuen Feuerwehrkommandanten bereits: Bis die Tram – voraussichtlich ab April 2017 – über den Rhein rollt, müssen die Kehler Feuerwehrleute eine Ausbildung durchlaufen haben, um bei Unfällen mit der Straßenbahn gerüstet zu sein. Technisch wird die Feuerwehr mit pneumatischen Hebekissen ausgestattet, welche die Tram im Notfall in dem Bereich anheben können, in dem ein Verletzter liegt. Ein Tramzug wiege etwa 50 Tonnen, weiß Viktor Liehr. „Wir haben es getestet, es funktioniert“, sagt der 38-Jährige.
Außerdem möchte der neue Kommandant, dass ein Teil der Feuerwehrleute an einer Sonderausbildung teilnimmt, um die Rettungseinsätze bei Verkehrsunfällen noch effektiver gestalten zu können. Viel Energie möchte Viktor Liehr in die Nachwuchsgewinnung stecken und Veranstaltungen organisieren, die auf die Feuerwehr aufmerksam machen.

 
 

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