Feuerwehrkommandant Gerhard Stech hat weit über Kehl hinaus gewirkt

18.11.2016

Mit stehenden Ovationen haben rund 190 Gäste Feuerwehrkommandant Gerhard Stech am Donnerstagabend (17. November) in der Fahrzeughalle der Feuerwache in den Ruhestand verabschiedet. Dabei wurde Gerhard Stechs Wirken über Kehl und die Ortenau hinaus mit einer der höchsten Auszeichnungen gewürdigt, die einem Feuerwehrangehörigen zuteilwerden kann: dem Feuerwehr-Ehrenzeichen der Sonderstufe. Gerhard Stech war 27 Jahre lang Kommandant der Kehler Feuerwehr und wird das Amt zum 1. Dezember an seinen vom Gemeinderat designierten Nachfolger Viktor Liehr übergeben.

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Das Feuerwehr-Ehrenzeichen der Sonderstufe, das Oberbürgermeister Toni Vetrano für Gerhard Stech beantragt hatte, „ist eine sehr seltene Auszeichnung für herausragende Verdienste“, erklärte Ministerialdirigent Hermann Schröder aus dem Stuttgarter Innenministerium: „Das bekommt man nicht für 27 Jahre Kommandant, das bekommt man nicht für besondere Leistungen in Kehl.“ Gerhard Stech habe weit über Kehl hinaus Bleibendes geschaffen: „Das Bild, das man in Deutschland und Europa von der Feuerwehr hat, ist geprägt von der Feuerwehr Kehl“, sagte Hermann Schröder und erinnerte an den NATO-Gipfel 2009. In der Planung wie im Einsatz habe Gerhard Stech diesen „souverän durchgezogen“. Hermann Schröder war im April 2009 selber in Kehl vor Ort und rief die teils dramatischen Szenen wieder ins Gedächtnis, als zum Beispiel deutsche Feuerwehrfahrzeuge, die zum Löschen der auf der Straßburger Rheinseite in Brand gesteckten Gebäude über die Europabrücke gefahren waren, von autonomen Krawallmachern angegriffen wurden. Er habe Tränen in den Augen gehabt, als das letzte deutsche Feuerwehrfahrzeug mit unverletzter Mannschaft nach Kehl zurück fahren konnte.

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Er habe schon viele Verabschiedungen von Feuerwehrkommandanten erlebt, leitete Reinhard Kirr, Dezernent für Sicherheit und Ordnung beim Landratsamt, seine Würdigung von Gerhard Stech ein, aber noch nie habe er dabei so viele wichtige Persönlichkeiten aus Feuerwehrkreisen gesehen. 25 Jahre lang habe er mit Gerhard Stech zusammengearbeitet, „konstruktiv gestritten, furchtbar Langweiliges und Hochinteressantes“ mit ihm bearbeitet. „Fachlich bis ins Detail präzise“ habe er ihn dabei erlebt, sehr innovativ, aber auch wieder konservativ und bodenständig. Dass es im Kreis eine saubere, geordnete Führungsstruktur gebe, „ist dein Verdienst“, betonte er. Er habe Gerhard Stech im Einsatz als beeindruckenden Kommandanten erlebt, „der sich den Atemschutz aufgezogen hat und reingegangen ist“, weil er bei gefährlichen Einsätzen seine Leute nicht allein reinschicken wollte.
In seiner Zeit als Kommandant in Kehl seien 4,8 Millionen Euro investiert worden, 1,5 Millionen Euro Zuschüsse habe das Land beigesteuert – in diesen Beträgen seien aber nur die großen Beschaffungen wie die Fahrzeuge enthalten. Dennoch habe das Konzept von Gerhard Stech dazu geführt, dass die Feuerwehr heute weniger Fahrzeuge habe als früher. Er habe „Entscheidungen gegen den Strom und für die Zukunft getroffen“, lobte Reinhard Kirr.

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Er sei „froh und dankbar“, sagte Oberbürgermeister Toni Vetrano, dass er Gerhard Stech noch als Kommandanten der Kehler Feuerwehr habe kennen lernen dürfen. Dies sei nur dem Umstand zu verdanken, dass Gerhard Stech seinen Ruhestand aus freien Stücken um drei Jahre nach hinten verschoben habe – ein Beweis dafür, dass er seine Kommandantentätigkeit nie nur als Brotberuf verstanden habe. Bei den fünf Großbränden in dieser Zeit habe er „in jeder Minute das Gefühl von Sicherheit gehabt“, Gerhard Stech zeichne sich „durch hohe Professionalität aus, die ihn mit Besonnenheit in ruhiger Art so agieren lässt, dass sich dies auf seine Mannschaft überträgt“. Er hinterlasse eine sehr gut ausgebildete Mannschaft, habe in den vergangenen Jahren die nötigen Spezialisierungen in die Wege geleitet und der Feuerwehr durch Kooperationen, die es nirgendwo anders gebe, zusätzliche Schlagkraft verschafft.
Die Attitüde, die vielen Feuerwehrkommandanten nachgesagt werde, möglichst viele Autos und technische Ausstattung ansammeln zu wollen, sei ihm fremd. „Ich habe die Erfahrung gemacht – und hier denke ich, darf ich auch für meine beiden Vorgänger im Amt und den Gemeinderat sprechen –, dass Gerhard Stech stets nach Lösungen gesucht hat, die genau zur teilweise speziellen Aufgabenstellung in Kehl passen“, sagte Toni Vetrano. Gerhard Stech habe es zudem geschafft, hauptamtliche Kräfte und Feuerwehr-Freiwillige, die ihren Dienst im Ehrenamt versähen, zu einer Mannschaft zu vereinen und zusammenzuschweißen und zwar über die Grenzen von Kernstadt und Ortschaften hinaus. Als ganz persönliches Abschiedsgeschenk hatte OB Vetrano den Musiker und Entertainer Helmut Dold aus Kuhbach als Überraschungsgast zur Verabschiedungsfeier eingeladen.

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Michael Wegel, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, hob vor allem Gerhard Stechs Verdienste um die Einrichtung der Wechselladergemeinschaft auf der Ebene der großen Kreisstädte hervor – das Konzept habe über die Ortenau hinaus Nachahmer gefunden. Aus der gemeinsamen Zeit wusste er einige Anekdoten zu erzählen.

 
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Für sein grenzüberschreitendes Engagement dankte André Hetzel, der Vizepräsident der Feuerwehr des Departements Unter-Elsass, Gerhard Stech. Das deutsch-französische Feuerlöschboot, zu dessen Erfindern Gerhard Stech gehöre, sei zu einem internationalen Symbol geworden.

 
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Seine „Kompetenz, seine unvergleichliche Souveränität und gleichzeitig seine Menschlichkeit“, strich Ingolf Grunwald, der Leiter des Kehler Polizeireviers, heraus. „Gerhard Stech war Garant für einfache, aber praktikable Lösungen“, lobte der Polizeichef.

 
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„Nicht um die Ehre, sondern um die Sache“ sei es Gerhard Stech gegangen, leitete Hermann Schröder seine Laudatio vor der Verleihung des Feuerwehr-Ehrenzeichens der Sonderstufe ein. Aus Sicht des Landes habe man ihn „als Kollegen mit fachlicher Qualität und Innovationskraft“ erlebt. „Man konnte sich immer auf ihn verlassen, er war sachlich und fair.“
Gerhard Stech selber beschrieb die 27 Jahre als Kommandant der Feuerwehr und seine gut 41 Dienstjahre bei der Stadt Kehl als „glückliche und bewegte Zeit“. Dankbar sei er vor allem dafür, dass es während seiner Kommandantentätigkeit in der Feuerwehr weder zu schweren Unfällen noch zu einem Unglück gekommen sei.
Gerhard Stech wird seine Tätigkeit als stellvertretender Kreisbrandmeister noch ein weiteres Jahr lang ausüben.

 
 

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