Jugend - Fünf Jahre hinfiebern auf den ersten Einsatz

Bei Stefan war es der Opa, der die Begeisterung für die Feuerwehr in ihm geweckt hat, bei Florian war es der Vater: Von den 23 Mitgliedern der Kehler Jugendfeuerwehr sind mehr als die Hälfte aus „genetischen Gründen“ dabei, sagt Holger Heidt, stellvertretender Feuerwehrkommandant und zuständig für die Jugendfeuerwehr.

Wenn von den heutigen Jungfeuerwehrleuten zwei Drittel in die Wehr der Erwachsenen übergehen, ist das eine gute Quote, weiß Holger Heidt aus der Erfahrung der vergangenen Jahre, ausreichend ist sie jedoch nicht. Mindestens 15 neue Aktive bräuchte die Wehr jährlich, um die Feuerwehrmänner ersetzen zu können, die aus Altersgründen ausscheiden oder aus gesundheitlichen Gründen dem Feuerwehrdienst nicht mehr gewachsen sind. Dazu kommt, dass noch niemand sagen kann, wie sich der Wegfall der Wehrpflicht auf den Personalbestand der Feuerwehr auswirken wird, ob die „Quereinsteiger ohne familiären Hintergrund“, wie Holger Heidt sie nennt, noch kommen, die bislang durch sechs Jahre Feuerwehrdienst die Bundeswehr umgehen konnten.

Vor 30 Jahren meldeten sich noch so viele junge Männer für den freiwilligen Feuerwehrdienst, dass man in Kehl von einer Jugendfeuerwehr noch nichts wissen wollte. Als sie 1985 dann doch gegründet wurde, hatte sie rasch guten Zulauf: Bis zu vier Jugendgruppen mit jeweils 30 Jugendlichen konnten gebildet werden. Vor vier oder fünf Jahren zählte die Jugendfeuerwehr noch 40 Mitglieder – eine Zahl, von der die drei Jugendleiter der Feuerwehr, Sonja Bohleber-Hügel, Christian Findling und Marco Kehret heute nur träumen können. Im vielfältigen Angebot der Freizeitaktivitäten kann sich die Jugendfeuerwehr nicht so leicht durchsetzen: Wer im Fußball fleißig trainiert, darf in der Regel auch spielen, die Zwölf- bis 14-Jährigen Jungfeuerwehrleute müssen bis zum 18. Geburtstag warten, bis sie das Erlernte bei einem Einsatz anwenden können. „Bei manchen, die mit zwölf oder 13 anfangen, ist nach zwei Jahren die Luft raus“, sagt Holger Heidt.

Nicht so bei Florian Müll (17): Seit fünf Jahren ist er bei der Jugendfeuer und seine Begeisterung ist seither stetig gewachsen. Für Stefan Barthel (16) gilt das Gleiche: Vier Jahre schon geht er alle zwei Wochen zur Jugendfeuerwehr, zwei seiner Freunde sind ebenfalls dabei, seine übrigen Freunde haben den Sprung zu den Aktiven schon geschafft. Die Übungen, welche die jungen Feuerwehrleute absolvieren, „sind immer wieder etwas anders“, erklärt Marco Mertz, der mit 20 Jahren der Jugendfeuerwehr zwar entwachsen, aber immer noch sehr verbunden ist. „Vieles schleift sich ein und das weiß man dann schon für den Grundlehrgang“, hat Marco bei sich selber festgestellt. Er erinnert sich noch gut daran, wie er darauf hingefiebert hat, endlich in der Praxis anwenden zu können, was er gelernt hat. Die Begeisterung ist dem Abiturienten, der bei der BASF in Mannheim eine Ausbildung zum Chemielaboranten absolviert, nie abhanden gekommen: Hauptamtlicher Feuerwehrmann könnte durchaus ein Berufsziel sein. Auch Florian, der eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner macht, könnte sich ein Berufsleben als hauptamtlicher Feuerwehrangehöriger vorstellen; Stefan, den vor allem die Technik, die Autos und die Geräte faszinieren, sähe sich am liebsten als Fahrer bei der Feuerwehr, allerdings auf freiwilliger Basis.

Wer zur Feuerwehr geht, muss sich ein- und unterordnen können, muss Befehle befolgen, ohne wenn und aber. Das beginnt schon in der Jugendfeuerwehr. „Das finden manche nicht cool.“ Pubertätskrisen kann hier niemand ausleben, „die, die da Probleme haben, gehen gleich wieder“, erzählt Marco. Wer sich bei der Jugendfeuerwehr anmeldet, möchte in der Regel mit 18 Jahren zu den Aktiven gehören. Die aber fahren Einsätze, müssen mitten in der Nacht raus, werden vom Arbeitsplatz oder der Party weggeholt. „Das wollen viele nicht.“

Informationen zur Jugendfeuerwehr:


Feuerwehr Kehl, Tel. 07851 88-1188

Findling Christian, Jugendgruppenleiter Tel. 0162 4303875

 
 

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    Rettung mit Hubrettungsfahrzeug, Lazarus-Mannheimer-Straße, SundheimRettung mit Hubrettungsfahrzeug, Lazarus-Mannheimer-Straße, Sundheim

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    Ölspur auf Straße, LeutesheimÖlspur auf Straße, Leutesheim

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    Verkehrsunfall, Römerstraße, GoldscheuerVerkehrsunfall, Römerstraße, Goldscheuer

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  • 20.05.2017 07:37 Uhr
    Ölunfall, Kreisstraße K 4373, AuenheimÖlunfall, Kreisstraße K 4373, Auenheim

 
 

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