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Die
Großen Kreisstädte im Ortenaukreis gehen im Brandschutz
– ausgehend von der schon bisher bestehenden Wechselladergemeinschaft
– neue Wege.
Mit dieser Kooperation verfolgen die beteiligten
Städte folgende Zielsetzungen:
• Vor dem Hintergrund einer verstärkt
auftretenden Problematik bei der perso-nellen Tagalarmsicherheit
erfolgt eine gegenseitige Unterstützung im täglichen Einsatzdienst
– vorrangig mit hauptamtlichem Personal – je nach Bedarf.
• Dazu kommt die Zusammenführung von
technischem Spezialgerät bei Einsätzen in besonderen Schadenslagen.
Solche relativ selten benötigte Technik, wäre aufgrund
des in den Städten vorhandenen Gefahrenpotentials eigentlich
überall vorzuhalten. Eine Abwägung von Eintrittswahrscheinlichkeit,
Wirtschaftlichkeit und Schutzzielen kann aber auch eine Zusammenarbeit
der entsprechenden Feuerwehren mit sich bringen, so dass derartige
Geräte nur noch einmal vorgehalten werden müssen. Dafür
müssen allerdings die Randbedingungen wie z.B. Verkehrsanbindung,
Topographie, Ausrückzeiten etc. stimmen. Zur Umsetzung dieser
Thematik wurde, mit dem Landratsamt als Vertragspartner, im Jahr
2002 bereits ein Vertrag zur Bildung einer Wechselladergemeinschaft
geschlossen, der die Grundlage für diese nun als logische Folge
anstehende Feuerwehrkooperation war.
• Die Feuerwehren der Großen Kreisstädte
im Ortenaukreis müssen zur Prävention und zur Gefahrenbeseitigung
das komplette Aufgabenspektrum von Feuerwehraufgaben für die
alltägliche Gefahrenabwehr abdecken. Dieses reicht von "der
Katze auf dem Baum" bis hin zum Brand eines Gefahrgutschiffs
auf dem Rhein oder einem anderen Großeinsatz. Gerade Einsätze
im ABC-Bereich, bei Hochwasserlagen, Großbrände und besondere
technischen Hilfeleistungen werden künftig verstärkt im
Blickfeld der Öffentlichkeit stehen. Dies erfordert bei dem
hohen technischen Standart neben den Angehörigen der Freiwilligen
Feuerwehr gut ausgebildetes hauptamtliches Personal, welches als
"qualitatives Rückgrat" den Bestand der Freiwilligen
Feuerwehr für die Zukunft sichern muss. Vieles ist für
"die Ehrenamtlichen" heute nicht mehr leistbar und wird
künftig verstärkt nicht mehr leistbar sein. Die mit der
demographischen Entwicklung unserer Bevölkerung verbundenen
Probleme, werden sich zwangsläufig bereits in den nächsten
10 Jahren auf das in Deutschland verbreitete System der Feuerwehren
– hauptamtlich und ehrenamtlich nachhaltig negativ auswirken.
Nach dem Motto "Gemeinsam sind wir stark" steht deshalb
dabei als ein vorrangiges Ziel die Qualitätssteigerung und
-sicherung.
• Nach dem sich der Landkreis aus der Organisation der bisherigen
"Kreisausbildung" (Atemschutz, Maschinisten, Sprechfunker)
aus Kostengründen zurückgezogen hat, sind die Kommunen
selbst aufgefordert, ihrer im Feuerwehrgesetz übertragenen
Verantwortung nachzukommen. Mit den hauptamtlichen feuerwehrtechnisch
gut ausgebildeten Mitarbeitern in Verbindung mit ehren¬amtlichen
Ausbildern wird es gemeinsam möglich sein, den qualifizierten
Aus- und Weiterbildungsbedarf für die Zukunft sicher zu stellen.
Davon können auch die anderen Feuerwehren im Landkreis profitieren,
da dieses Dienstleistungsangebot für alle – gegen einen
entsprechenden Kostenersatz – offen steht.
• Von den Vorteilen dieser Kooperation können
auch die Feuerwehren anderer Städte und Gemeinden im Ortenaukreis
profitieren. Die Feuerwehrkooperation Ortenaukreis ist jederzeit
erweiterbar. Um dieses zu gewährleisten ist die feuerwehrtechnische
Aufsicht des Landratsamts und der Kreisfeuerwehrverband immer in
die Entscheidungsprozesse eingebunden.
• Aufgrund der dargestellten Probleme gilt
es, die Weichen für die Zukunft - auch in der alltäglichen
Gefahrenabwehr – heute zu stellen. Die Feuerwehrkooperation
Ortenaukreis zeigt einen gemeinsamen Weg in diese Richtung auf.
Kehl, den 22. September 2004 |
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v.l.: OB Matthias Braun,
Oberkirch; OB Edith Schreiner, Offenburg; OB Reinhart Köstlin,
Achern;
OB Dr. Günther Petry, Kehl; OB
Dr. Wolfgang G. Müller, Lahr; Landrat Klaus Brodbeck, Ortenaukreis |
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Pressemitteilung:
Feuerwehren rücken
enger zusammen und gemeinsam aus
Kehl - Die Feuerwehren der Großen
Kreisstädte im Ortenaukreis bauen ihre Kooperation aus: Nach
der vor zwei Jahren gebildeten Wechselladergemeinschaft haben die
fünf Oberbürgermeister gestern auf dem Gartenschau-Gelände
mit ihren Unterschriften eine noch engere Zusammenarbeit besiegelt.
In dem
neuen Abrollbehälter „Soziales“, der künftig
in Achern stationiert sein wird, informierten die Kommandanten der
Wehren der Kreisstädte ihre Stadtoberhäupter über
ihre nun noch engere Kooperation. Mit der Wechselladergemeinschaft
wurde vor allem eine Zusammenarbeit auf technischem Gebiet begründet
- jede Wehr hält andere Abrollbehälter vor - welche gemeinsam
beschafft werden - und stellt diese im Schadensfall in den Partnerstädten
zur Verfügung. In der gestern unterzeichneten Erklärung
geht die Zusammenarbeit jedoch so weit, dass sich die fünf
Wehren auch im täglichen Einsatzdienst vorrangig mit hauptamtlichen
Personal gegenseitig unterstützen, wie die Kehler Stadtverwaltung
in einer Pressemitteilung berichtet.
Vor allem wenn die Feuerwehr tagsüber zu größeren
Einsätzen gerufen wird, kann es zu Engpässen kommen, erläuterte
der Kehler Feuerwehrchef Gerhard Stech. Viele ehrenamtliche Feuerwehrleute
arbeiten auswärts und können im Alarmfall nicht rasch
genug zur Einsatzstelle kommen. Das ist kein Kehler Problem, sondern
ein allgemeines, das, prophezeite Gerhard Stech, durch die demographische
Entwicklung noch verstärkt werde. Künftig nun können
die Offenburger Wehrleute ihre hauptamtlichen Kollegen aus Lahr
und Kehl zu Hilfe rufen, wenn die Schadenslage dies erfordert.
Auch im technischen Bereich wird die Kooperation weiter ausgebaut:
Zwar müsse jede Wehr das Ersteinsatzgerät vorhalten, erklärte
Gerhard Stech, doch bei technischem Spezialgerät, das aufgrund
des in allen Städten vorhandenen Gefahrenpotentials vorhanden
sein müsse, aber relativ selten gebraucht werde, versuchten
die Kommandanten mit einem Gerätesatz für alle fünf
Kreisstädte auszukommen. Bei diesen Entscheidungen gelte es
allerdings die Verkehrsanbindung, die Topographie und die Ausrückzeiten
im Auge zu behalten.
„Nicht viel hilft viel“, meinte der Lahrer Feuerwehrkommandant
Thomas Happersberger und kündigte einen Paradigmen-Wechsel
bei den Wehren im Ortenaukreis an. Komplexe Einsätze im Umweltschutz
und Gefahrenabwehr im ABC-Bereich gewännen eine immer größere
Bedeutung in der Arbeit der Feuerwehren, deswegen reiche es nicht
aus „Mannschaften zu addieren“; mit der Einsparung von
Kosten müsse eine Qualitätssteigerung einhergehen. Im
neuen Abrollbehälter erläuterte er den fünf Oberbürgermeistern
und Landrat Klaus Brodbeck, was die Wehren im Landkreis darunter
verstehen: flächendeckende Einsatzmöglichkeiten, einheitliche
Ausbildung, kompatible Ausrüstung, gesicherte Alarmierung und
ein Stufenmodell, das auf Feuerwehren aus kleineren Gemeinden abgestimmt
ist.
Nachdem sich der Landkreis aus Kostengründen aus der Ausbildung
der Feuerwehrleute zu Atemschutzträgern, Maschinisten und Sprechfunkern
zurückgezogen hat und nun die Städte und Gemeinden diese
Aufgaben übernehmen müssen, möchten die Feuerwehren
der Großen Kreisstädte auch in diesen Bereichen zusammenarbeiten.
Damit die Feuerwehrkooperation im Ortenaukreis, übrigens ein
Modellfall im Land Baden-Württemberg, auch nach außen
sichtbar wird, hat der Kehler Künstler Friedrich Geiler ein
Logo entwickelt: Ein Kreis (der Ortenaukreis) umschließt mobile
Container (die Abrollbehälter), die für die Bewegung und
Mobilität der fünf Feuerwehren der Großen Kreisstädte
stehen. Im Moment sind im Logo allerdings nur vier der fünf
Kreisstädte verzeichnet - das liegt daran, dass Oberkirch erst
etwas später als Große Kreisstadt in die Kooperation
eingestiegen ist. |
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v.l.: Berthold
Maier, Feuerwehr Offenburg; Holger Heidt, Feuerwehr Kehl; Thomas
Happersberger, Feuerwehr Lahr; Gerhard Stech, Feuerwehr Kehl; OB
Reinhart Köstlin, Achern, OB Dr. Günther Petry, Kehl;
OB Dr. Wolfgang G. Müller, Lahr; OB Edith Schreiner, Offenburg,
OB Matthias Braun, Oberkirch, Friedrich Geiler, Künstler aus
Kehl - Verfasser des Logos der Feuerwehrkooperation Ortenaukreis |
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